Neurofunktions!therapie (NF!T) nach Elke Rogge

NF!T ist eine Therapieform, die sich unter anderem intensiv mit dem Funktionsbereich des Mundes beschäftigt. Genaugenommen zielt die Wirkungsweise auf die basalen Funktionen des Mundes (Saugen, Beißen/Kauen, Schlucken und Atmen) hin. Diese Bereiche sind für die physiologische Nahrungsaufnahme unbedingt notwendig und bilden zudem die Voraussetzung für einen störungsfreien Lauterwerb sowie für die Entwicklung der Gesichtsstrukturen.

Durch NF!T können die sensorischen (Fühlen) und die motorischen (Bewegung) Fähigkeiten verbessert, oder je nach Krankheitsbild und -verlauf erhalten werden. Anhand der Übungen wird die motorische Entwicklung des Kindes strukturiert  wiederholt und somit eine Neurofunktionelle Reorganisation im Zentralen Nervensystem angeregt.

„Die Zunge hat keine Ohren“. (Elke Rogge)

Die Durchführung der NF!T erfolgt ohne sprachliche Hinweise. Stattdessen wird die taktil-kinästhetische Wahrnehmung, einfacher gesagt das „Fühlen“ sowie die ‚Spiegelneuronen‘, das Prinzip der Nachahmung genutzt, um die gewünschten Bewegungsabläufe sicher zu automatisieren und zu generalisieren. Neue neuronale Verbindungen werden geschaffen, um alle unerwünschten Verbindungen zu schwächen.

Das Besondere an der Arbeit ist, dass die Übungen nicht sprachlich angeleitet werden, sondern für die Übungen werden ‚Spiegelneurone‘ genutzt, d.h. sie wirkt über Nachahmung!

Das NF!T®-Konzept wende ich seit vielen Jahren sehr erfolgreich in der therapeutischen Arbeit bei sehr unterschiedlichen Störungsbildern an. Gemeinsam ist allen Anwendungen, dass die sensorischen (das Fühlen betreffende) und die motorischen (die Bewegung betreffende) Fähigkeiten verbessert werden oder  – bei manchen neurologischen Erkrankungen notwendig – erhalten bleiben.

Die Patienten meiner Praxis profitierten sehr von dieser therapeutischen Arbeit, die unglaublich effektiv und nachhaltig ist, und bei der ein Zurückfallen in ‚alte Gewohnheiten‘ weitgehend verhindert wird.

Das Besondere an der Arbeit ist, dass die Übungen nicht sprachlich angeleitet werden, sondern für die Übungen werden ‚Spiegelneurone‘ genutzt, d.h. sie wirkt über Nachahmung! Gerade das macht für Sie als Patient oder Ihre Angehörigen die Effektivität, aber auch den Spaß an der Therapie aus.

Sie ist für alle Altersgruppen geeignet, kein Patient ist zu jung oder zu alt. Sie kann auch bei nicht-wachen oder nicht-ansprechbaren Patienten eingesetzt werden.

Die Neurofunktionelle Reorganisation/NF!T beruht auf der strukturierten Wiederholung der motorischen Entwicklung des Kindes. Diese spielt eine wichtige Rolle bei der natürlichen Hirnreifung. Sie dient als Basis für jede höhere Entwicklung, wie Sprachentwicklung, Wahrnehmungs- und Denkprozesse.

Gibt es Störungen in wichtigen motorischen Entwicklungsphasen oder überspringt das Kind z. B. auf Grund einer Krankheit eine wichtige Phase, so sind unter anderem Auffälligkeiten in der sprachlichen Entwicklung zu erwarten.

Durchführung

Die Übungen sind ganzheitlich, natürlich orientiert und nicht an einzelne spezielle Muskelgruppen gerichtet. Sie werden rhythmisch begleitet in Form von Liedern und Reimen.

Sie beginnen mit einfachsten Bewegungen, die jedes Kind nach der Geburt macht, und folgen dann den Etappen der normalen motorischen Entwicklung wie Rollen, Robben, Krabbeln usw. bis hin zu Aktivitäten, die mit höchster Anforderung an das Zusammenspiel von Körpermotorik, Gleichgewicht und Rhythmus einhergehen.

Mit Hilfe der Neurofunktionellen Reorganisation können Reifungsprozesse im Zentralen Nervensystem beschleunigt werden. Nicht nur die Motorik wird davon profitieren, sondern auch Wahrnehmungs- und Denkprozesse werden aktiviert, sodass sich Sprechen, Lesen, Schreiben und Lernen verbessern lassen.

Ziele

  • Harmonisierung des Körpers
  • Impulse zur Entwicklung des Nervensystems geben

Grundsätze der Therapie

  • Alle Übungen werden exakt nach Vorgabe und rhythmisch ausgeführt.
  • Alle Übungen werden sprachlich begleitet (Reime, Lieder).
  • Die Übungen müssen immer in derselben Reihenfolge durchgeführt werden, d. h. die natürliche Reihenfolge der Entwicklung muss eingehalten werden.
  • Die Übungen erzielen auch dann positive Effekte für das Zentrale Nervensystem, wenn eine aktive Mitarbeit des Patienten nicht gegeben bzw. nicht möglich ist.
  • Therapiefrequenz: ein bis zwei Mal wöchentlich, mit der Dauer von ca. 20–30 Minuten.
  • Ein Elternteil sollte immer an der Therapie teilnehmen, damit Sie die korrekten Bewegungsmuster erlernen und das Kind zu Hause unterstützen können.
  • Die Bewegungen des Kindes werden durch den Therapeuten oder durch die Eltern durchgeführt. Ziel ist es, dass das Kind die Bewegung letztendlich allein korrekt ausführen kann.
  • Mit dem Kind soll drei bis vier Mal wöchentlich die Übungen durchgeführt werden, am besten abends vor dem Schlafen.
  • Das Kind sollte ab und an die Übung allein (ohne therapeutische oder elterliche Unterstützung) durchführen, um eingetretene Entwicklungen beim Kind besser beobachten zu können.

Frauke Reddig-Jopp

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