Sprechangst – Plötzliches Schweigen bei Kindern

Zuhause redet Ihr Kind ohne Punkt und Komma. In der Kita, beim Arzt oder bei entfernteren Verwandten herrscht dann plötzliches Schweigen, obwohl die Sprech- und Spachentwicklung normal entwickelt ist. Diese Sprechangst nennt man selektiven Mutismus.   

Wie erkennen Sie eine Sprechangst?

Das besondere an Kindern mit selektiven Mutismus ist, dass Sie sich im privaten Umfeld durchaus normal ausdrücken können und keine Probleme beim Artikulieren haben. Oft ist es sogar so, dass betroffene Kinder im vertrauten Umfeld besonders viel reden. Erst gegenüber vermeidlich fremden Personen und vor allem gegenüber Erwachsenen schweigen sie.

Nicht zu verwechseln ist Sprechangst mit Schüchternheit. Im Gegensatz zu schüchternen Kindern schweigen Kinder mit selektiven Mutismus konsequent über einen langen Zeitraum hinweg. Diese Symptomatik tritt wiederkehrend in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen auf, wie z.B. ab dem Betreten der Kita. Werden Kinder mit Sprechangst vermehrt dazu gedrängt ihr Schweigen zu brechen, verstärkt es die Symptome häufig durch Konditionierungsprozesse erheblich.

Erkannt wird selektiver Mutismus meist erst bei dem Wechsel in eine neue Umgebung, wie z.B. die Kita und Schule. I. d. R. tritt die Sprechangst im Vorschulalter auf, wobei deutlich häufiger Mädchen als Jungs betroffen sind. Wenn das Schweigen dauerhaft bleibt, sollten Sie sich Hilfe für Ihr Kind suchen.

Ursachen der Sprechangst

Die Ursachen von Sprechangst sind noch nicht umfänglich erforscht. Die Medizin geht davon aus, dass vielfältige Aspekte eine Rolle spielen:

  • Charaktereigenschaften: Der individuelle Charakter des Kindes ist ein wichtiger Faktor bei selektivem Mutismus. Häufig ist das Kind schon immer auffällig schüchtern und ängstlich gegenüber Fremden und neuen Situationen.
  • Veranlagung: Eine genetische Veranlagung wird diskutiert, da Studien eine familiäre Häufung des Phänomens zeigen. Außerdem trifft Sprechangst öfter bei Kindern auf, deren Eltern auch eher zurückhaltend und introvertiert sind.
  • Schamgefühle: Möglich ist auch die Begründung durch Minderwertigkeitsgefühle des Kindes und Scham, da dem Kind etwas peinlich ist.

Behandlung

Die Behandlung von selektivem Mutismus kann sehr vielfältig sein. Häufig ist eine Zusammenarbeit von Psychotherapeuten und Logopäden sinnvoll. Im Rahmen der Logopädie ist das Ziel der Behandlung die Sprechfreude des Kindes zu steigern. Außerdem soll ein sicherer Raum für das Kind errichtet werden, in dem das Schweigen erlaubt ist und Vertrauen herrscht. Zudem ist es bei der Behandlung von selektivem Mutismus sehr wichtig, dass das Umfeld des Kindes, wie Eltern und Erzieher, miteinbezogen werden.

Ihre Logopädiepraxis in Greven, Münster und dem Münsterland

Sie befürchten, ihr Kind könnte von selektivem Mutismus bzw. Sprechangst betroffen sein? Sie benötigen Unterstützung oder haben noch weitere Fragen im Bereich der Logopädie? In der Logopädie Praxis Jopp beraten und informieren wir Sie gerne.

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