
Der Schnuller ist für viele Babys und Kleinkinder nicht nur eine Einschlafhilfe: Er beruhigt, spendet Sicherheit und erfüllt das natürliche Saugbedürfnis. Gleichzeitig besteht ein enger Zusammenhang zwischen Schnullern und Sprechen, denn der Schnuller wirkt direkt auf Zunge, Lippen, Kiefer und Mundmuskulatur ein – also genau auf die Bereiche, die später für eine deutliche Aussprache wichtig sind. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Kind überhaupt einen Schnuller nutzt, sondern wie häufig, wie lange und in welchen Situationen.
Das Saugen gehört zu den angeborenen Reflexen eines Babys. Es dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern vermittelt auch Sicherheit und hilft dabei, sich zu beruhigen. Deshalb ist es völlig normal, dass viele Säuglinge ein ausgeprägtes Saugbedürfnis haben und sich mit einem Schnuller leichter entspannen.
Auch in den ersten Lebensmonaten spricht aus logopädischer Sicht nichts grundsätzlich gegen einen Schnuller. Er kann in bestimmten Situationen – etwa zum Einschlafen oder in ungewohnten Momenten – eine hilfreiche Unterstützung sein. Wichtig ist jedoch, dass der Schnuller mit zunehmendem Alter nicht zum ständigen Begleiter wird. Denn je älter ein Kind wird, desto wichtiger werden das freie Bewegen von Zunge und Lippen sowie das aktive Sprechen.
Damit sich die Mundmuskulatur gesund entwickeln kann, brauchen Zunge, Lippen und Kiefer ausreichend Bewegungsfreiheit. Liegt kein Schnuller im Mund, befindet sich die Zunge in ihrer natürlichen Ruheposition am Gaumen. Diese Haltung unterstützt nicht nur die Atmung und das Schlucken, sondern spielt auch für die spätere Lautbildung eine wichtige Rolle.
Befindet sich dagegen über längere Zeit ein Schnuller im Mund, verändert sich diese Ausgangsposition. Die Zunge hat weniger Platz, Lippen und Wangen arbeiten anders und bestimmte Bewegungen können eingeschränkt werden. Vor allem dann, wenn Kinder den Schnuller viele Stunden am Tag tragen, gewöhnen sich die Muskeln an diese veränderte Situation.
Das bedeutet nicht, dass jedes Kind automatisch Probleme entwickelt. Dennoch steigt das Risiko, wenn der Schnuller dauerhaft genutzt wird und Mund, Zunge und Lippen nur selten Gelegenheit haben, ihre natürlichen Bewegungsabläufe zu trainieren.
Kinder lernen sprechen, indem sie zuhören, Laute ausprobieren und mit anderen kommunizieren. Dafür brauchen sie viele Gelegenheiten, ihren Mund frei zu bewegen und selbst sprachlich aktiv zu werden. Genau hier zeigt sich der Zusammenhang zwischen Schnullern und Sprechen: Wird der Schnuller sehr häufig oder über längere Zeit genutzt, kann er diese Entwicklung beeinflussen. Dabei ist nicht der Schnuller allein entscheidend, sondern vor allem die Dauer, Häufigkeit und das Alter des Kindes.
Neben der Sprache kann ein dauerhaftes Schnullern auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Zähnen und Kiefer haben. Gerade in den ersten Lebensjahren befinden sich diese Strukturen noch im Wachstum und reagieren empfindlich auf anhaltenden Druck.
Wird der Schnuller über einen langen Zeitraum und sehr häufig genutzt, können Zahn- und Kieferfehlstellungen entstehen oder begünstigt werden. Eine bekannte Folge ist der sogenannte offene Biss. Dabei schließen die oberen und unteren Schneidezähne beim Zusammenbeißen nicht vollständig. Auch Veränderungen der Gaumenform oder der Zahnstellung sind möglich. Solche Veränderungen können wiederum Einfluss auf die Lautbildung haben. Gleichzeitig erschweren sie mitunter das Kauen, Schlucken oder einen vollständigen Mundschluss.
Einen festen Zeitpunkt, an dem jedes Kind seinen Schnuller abgeben muss, gibt es nicht. Für das Zusammenspiel von Schnullern und Sprechen ist es jedoch sinnvoll, den Schnuller spätestens mit Beginn der aktiven Sprachentwicklung tagsüber immer häufiger wegzulassen.
Sinnvoll ist es, den Schnuller zunächst auf bestimmte Situationen zu beschränken – etwa zum Einschlafen oder wenn ein Kind besonderen Trost benötigt. Beim Spielen, Vorlesen, Toben oder im Gespräch sollte der Mund dagegen möglichst frei bleiben. So entstehen viele Gelegenheiten zum Sprechen und Ausprobieren neuer Wörter.
Mit zunehmendem Alter kann die Schnullerzeit schrittweise weiter reduziert werden. Viele Kinder akzeptieren diesen Übergang gut, wenn er ruhig, liebevoll und konsequent begleitet wird. Ein abrupter Entzug ist dagegen oft gar nicht notwendig.
Den Schnuller abzugewöhnen ist für viele Familien ein kleiner Prozess. Oft helfen schon einige einfache Veränderungen im Alltag.
Sie benötigen Unterstützung bei der Entwicklung beim Schnullern und Sprechen Ihres Kindes oder haben mit Sprachproblemen zu kämpfen? Sie benötigen Unterstützung oder haben weitere Fragen im Bereich der Logopädie? In der Logopädie Praxis Jopp beraten und informieren wir Sie gerne.
Rufen Sie uns einfach an und machen Sie einen Termin aus!
Wir empfangen in unserer Logopädie Praxis Jopp in Greven auch Patienten aus den umliegenden Städten und Kreisen Osnabrück, Münster, Emsdetten, Steinfurt, Nordwalde, Hasbergen, Lengerich und anderen Orten.
Bild: unsplash.com von Josh Duncan
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen